Sex sells?
Der Mund ist mehr als eine Kiste voller Zähne

Nicht nur, um sich ein neues Gesicht zu geben oder aus funktionellen Gründen, entscheiden wir uns für das Anfertigen von künstlichen Zähnen.

Wir spüren, Zähne machen sympathisch. Wir wissen, Zähne sind ein Sympathieträger.Zähne dekorieren unser Gesicht.

Ebenfalls traumatische Begebenheiten bestimmen oftmals den Hintergrund des Alltags oder unseres Lebens.

Gravierende Fehlstellungen von Zähnen oder auch nur vermeintliche im Sichtbereich, können Leiden und Martyrium eines Menschen bestimmen.

Die in uns existente Spezialbrille beschönt die Realität und führt uns in eine Scheinwelt.

Manipulationen werden im Gehirn aufgezeichnet.

Die idealen Proportionen eines Models lassen die Fragwürdigkeit des Produktes, z.B. Unterwäsche, zur Nebensache werden.

Der Mensch als Marionette, ein Ränkespiel. Phantasien werden entfesselt, Kaufzwänge entstehen.

Auch in der Dentalindustrie werben junge Menschen mit erotischer Ausstrahlung, mit schönen, ebenmäßigen Gesichtern und natürlich noch mit eigenen, vielleicht imposanten Zähnen, für das Produkt künstlicher Zahn.

Durch diese raffinierte Reflexion auf unsere Patienten soll die Illusion entstehen, alles ist machbar. Die angebotene, inkorporierte Massenware lässt oft die wenigen Kreativen zu zahntechnischen Ikonen mutieren.

Das künstliche Produkt Zahn kann zum Kunstwerk werden und wenn es gelungen ist, soll es auch ohne Abstriche so sein.

Doch von der plastischen Chirurgie wissen wir heute, jeder Schnitt im Gesicht ist auch ein Schnitt in die Seele.

Der bekannte niederländische Psychotherapeut Prof. Eelko Hakman mit einerimposanten sowie traurigen Sammlung von 30.000 Patientenfällen a la couleur, mit dem Schwerpunkt Zahnärztliche Rehabilitation zeigt die Andersartigkeit seiner Denkweise und seines Vorgehens.

Folgende Geschichte eines Patienten lässt unangebrachtes und rivalisierendes Verhalten zwischen Zahnarzt und Zahntechniker um das angebliche Glück des Patienten nach bedeutsamer Änderung verlangen.

Ein Laborinhaber ruft nach erhaltenen Arbeitsunterlagen den behandelnden Zahnarzt an. Der Abdruck sei ungenau, die Präparation ungenügend. Kooperativ schildert der Zahnarzt die komplizierten Verhältnisse im gegebenen Fall. Die Patientin habe eine ausgesprochen kleine Mundöffnung, eine befriedigende Präparation und Abdrucknahme sei ausgeschlossen.

Während folgender psychotherapeutischen Behandlung durch Prof. Eelko Hakman kam die traurige Geschichte dieser Patientin an das Tageslicht.


Die inzwischen 45 jährige Patientin wurde zwischen ihrem 5. und 10. Lebensjahr von ihrem Vater durch oralen Sex missbraucht. Ihr psychisches Trauma war für ihre orale Blockade verantwortlich.

Eine Patientin hatte zunächst den zwanghaften Wunsch nach Verschönerung ihrer Frontzähne. Die vorhergegangene Wachssimulation empfahl die Zähne 11,12,13,22 und 23 mit Veneertechnik zu versorgen. Besonders störend empfand die Patientin ihren rechten lateralen Front- zahn. „Diesen Zahn hasse ich regelrecht“, sagte sie.

Tränen des Glücks standen nach der Zementierung der Veneers in ihren Augen.

Zwei Wochen später wurde die eingesetzte Arbeit im Mund der Patientin fotografisch dokumentiert. Inzwischen hatte sich die Sichtweise über den Gesamteindruck ihrer Frontzahnrehabilitation völlig verändert. Trotz objektiver positiver Beurteilung bereute sie den Eingriff und sagte „Gerade mein rechter 2. Schneidezahn war doch eigentlich mein Lieblingszahn“

Subjektive Sichtweise, gekoppelt mit eventuellem psychischem Trauma verdeutlicht

Der Mund ist mehr als eine Kiste voller Zähne

Die 2. Patientin ist aufgrund der geplanten Großinvasion auf ihren oralen Zustand ein bemerkenswerter Fall.

Sie bewarb sich nach dem Abitur für den gehobenen Polizeidienst. Bei der zahnärztlichen Untersuchung wurde ihr versichert, nach Korrektur des offenen Bisses für eine Einstellung keinen Einwand zu haben. Diese Forderung basierte auf eventuelle Folgekosten nach Einstellung für ihren Arbeitgeber. Aus Zeitmangel kam eine kieferorthopädische Behandlung nicht in Frage.


Sechs Kronen im Oberkiefer und Unterkiefer sollten das Problem lösen. Äußerst fragwürdig. Die Präparation von 12 unberührten, kariesfreien Zähnen wäre der Beginn eines oralen Dramas gewesen.

Noninvasiv, ohne Präparation der Zähne wurden 4 Veneers im Unterkiefer und einige Keramikchips im Oberkiefer integriert.

Eine Lösung atraumatisch und beispielhaft, den Blick öffnend für tatsächliche Probleme.

Derartige Lösungen benötigen nicht den Unfug oft angewandter Werbetricks.

Sie etablieren persönliches Outfit und wenn Sie wollen, auch Sexappeal.

Doch was stillt unsere Sehnsucht am meisten? Der eindeutige Besitz von Regeln, die uns erfolgreich und vielleicht sexuell anziehend machen.

Und trotzdem wollen wir kein Blatt im Wind unterschiedlicher Trends sein. Vielleicht trifft das Wort „Reife“ unsere Sehnsucht am besten. Authentizität, ein besonderes Lebensgefühl, auch bei Akzeptanz von natürlichen Zähnen.

Klasse und Eleganz zeigt uns die Schauspielerin Isabella Rossellini, die im Großporträt auf Glanzpapier mit einmaliger Anmut ihren angebrochenen, mittleren Schneidezahn zeigt.

Reife, das Mögliche zu erkennen und das Unmögliche zu akzeptieren, kann manch einen vor unüberlegten Schritten bewahren. Denn in vielen Fällen ist das Genie so genannter Experten nicht ausreichend, um respektable, unsichtbare, schöne orale Rehabilitation zu gestalten.

Die Definition für respektabel ist eindeutig. Es ist immer die perfekte Kopie von natürlichen Zähnen mit ihrem unterschiedlichen Variantenreichtum. Es ist kein statischer Zustand, wir haben keine Regeln. Gelingt uns aus dieser Variationsmöglichkeit das Optimum zu entleihen, stellen wir fest, wie Glück und Freude einen Menschen schöner werden lässt.

Zahnstellungen, Farben und Formen sind kein Garant für erotische Ausstrahlung und Anziehung. Geistiges Potential ist dagegen trotz körperlicher Gebrechen eine unsichtbare Krücke zu emotionaler und körperlicher Anziehung.

Immer ist es der Mensch, der sich Kraft des Gesamtpakets seiner Persönlichkeit dem Normdiktat der Diktierenden entzieht.

Das Suchen nach oraler Schönheit, genormt durch Messen und Auswerten von Statistiken, sowie das Kopieren der Zähne von Werbeikonen ist ein trügerisches und ein in die Irre führendes Beispiel.

Möge dieser Artikel für jeden von uns eine Hilfe auf dem Weg zum Erwachen sein. Zähne zum Erotikzubehör zu degradieren führt leicht in das kuschelweiche Dessousrepertoire.

Die ästhetisch kosmetische Vergänglichkeit einer zunächst perfekten einzelnen Frontzahnkrone wird schon nach einigen Jahren deutlich sichtbar.

Im Zeitlupentempo gerät der falsche Zahn in das Bewusstsein des Patienten. Sein Umfeld, die natürlichen Zähnen haben sich verändert, vielleicht in der Oberfläche und den farblichen Charakteristika.

Vergänglichkeit ist ein Prinzip der Harmonie. Wenn wir uns nicht gegen sie auflehnen, sind wir in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit.

Zitat aus dem Buch „Die Weisheit des Buddhismus, Tag für Tag“

Schon 20 Jahre zurückliegend hatte ich die Idee zu meinen Büchern:
„Frontzahnimpressionen in 4 Altersstufen, sowie Seitenzahnimpressionen in 4 Altersstufen“.

Auf unzähligen Kursen in all den Jahren zu diesen Themen, gaben mir meine Kollegen das Vertrauen, ihnen meine Philosophie nahe zu bringen.

Der nach Durchbruch ins orale Leben getretene Zahn differenziert sich für den Betroffenen überraschend, manchmal fassungslos, beim Betrachten seiner Jugendfotos von dem jetzigen Ist Zustand.

Die Metamorphose unseres Körpers geht einher mit unserer Gesamtsituation. Etwas feminin soll es sein, wird oft vom Behandelnden verlangt.  Der Patient sei eine Frau. Speziell distal soll es abgerundet sein.

Da in meinem Laboratorium der Patient in allen Fällen präsent ist, bis zur definitiven Fertigstellung der Arbeit, wird mir dieses Ansinnen aus den Kreisen der Uneingeweihten entzogen und lässt mir  Freiheit und Energie für individuell angepasstes, kreatives Arbeiten.

Ein Treibhausklima für gute Gefühle sorgt für ewige Kundenbindung, denn wer die Herzen gewinnt, hat ein leichtes Spiel mit den Köpfen.